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Outrigger

(Textquellen: DKV)

Definitionen (Englisch)

Outrigger-Canoe (Wikipedia, engl.)
Outrigger-Canoe Racing (Wikipedia, engl.)

Geschichte des Outriggers

Die Ursprünge des Wa’a’s, was aus dem Polynesischem übersetzt Auslegerkanu bedeutet und neudeutsch als Outrigger bezeichnet wird, liegen im westpazifischen Raum. Man vermutet, dass vor über 5000 Jahren, im Chinesischem Meer die ersten Einbäume mit einem Ausleger (polynesisch: Ama) versehen wurden, um sicherer und damit weiter auf’s Meer hinauszupaddeln zu können.

Die Rümpfe konnten dadurch sehr schmal konstruiert werden.So erreichten sie relativ stabil hohe Geschwindigkeiten. Mit Outrigger-Booten war es möglich, die gefährlichen Brandungszonen zu überwinden, wobei sie das Surfen auf der Welle "erfanden". Das Auslegerkanu ermöglichte die Entdeckung und Besiedlung tausender Inseln und Atolle in der Südsee. 

Wahrscheinlich über den Inseln Papua Neuguineas des heutigen Bismarck-Archipels, nahm eines der größten Abenteuer der Menschheit seinen weiteren Lauf. Etwa vor ca. 2500 Jahren gelangten die Polynesier, durch Erhöhung der Seitenwände des Rumpfes und Besegelung der Boote, zu den entferntesten Winkel, wie z.B. zur abgelegenen Osterinsel, bis sie vor etwa 1200 Jahren Neuseeland entdeckten, wo einige Maori-Familien sogar noch heute wissen, wie der Name des Waka ama (Auslegerkanu) hieß, mit dem ihre Vorfahren anlandeten.

Den hervorragenden Fähigkeiten mit Hilfe der Sterne zu navigieren und Inseln förmlich zu riechen oder durch Veränderungen der Wellenformationen zu orten, war es zu verdanken, dass immer Verbindung auch zwischen sehr weit entfernten Inseln bestand und noch besteht. Zudem ist es ein Irrtum, wenn man glaubt, dass nur große Mannschaftsboote lange Strecken bewältigten konnten. Manche paddelten oder segelten monatelang ganz allein in einem kleinen Auslegerkanu zu neuen oder bekannten Inseln.

Die Kursbestimmung ohne Kompass, die auf das Grad genau sein musste, um nicht außer Sichtweite am Ziel vorbei zu irren, war eine der größten Leistungen dieser Seefahrer. Innerhalb dieser Zeit waren Auslegerkanus auf dem halben Erdball als Nutzfahrzeuge nicht mehr wegzudenken, so paddelt man noch heute an der ostafrikanischen Küste, auf den Inseln des Indischen Ozeans und im mittleren / südlichen Pazifik Auslegerkanus verschiedenster Konstruktionen.

Die modernen Hochleistungs-Katamarane und Trimarane sowie die großen Doppelrumpf-Fähren haben ihre Ursprünge vom Auslegerkanu.

Outrigger-Sport

Von Beginn an wurden mit Auslegerkanus Rennen zwischen einzelnen Fischern, Familien oder Dörfern ausgetragen. Später haben Teams benachbarter Inseln sich im Boot gemessen und heute treffen sich Paddler aus der ganzen Welt, um mit diesen Booten Rennen zu fahren.

Der moderne Outrigger(OC)-Sport entwickelte sich auf Tahiti (hier heißen sie Va’a) und Hawaii, wo 1908 der noch heute existierende Outrigger-Canoe and Surfboard Club gegründet wurde. Von dort aus verbreitete sich der Sport in der heutigen Form, über viele polynesischen Inseln hinweg, bis nach Amerika und Australien.

Die Italiener und die Franzosen brachten den Outrigger-Sport (ital: Canoa-Polinesiana, Franz: Pirogue) nach Europa. In diesen Ländern ist die Szene am weitesten entwickelt ist. Mittlerweile paddelt man aber auch in England, Belgien, Schweden und Deutschland OC’s. Weltweit betreiben über 100.000 Paddler OC-Sport, mit einer Steigerung von jährlich etwa 10-15 Prozent.

Bootsklassen

Die Ausleger-Boote kann man grob in 4 Kategorien einteilen, wobei es feine Unterschiede vor allem bei den kleinen Kanus gibt. Es werden 1er, 2er, 4er und natürlich die "Königsklasse" der OC-6 auf Regatten gepaddelt, wenn’s noch schneller gehen soll, kann man zudem zwei 4er oder 6er verbinden.

Bei den 1er und 2er unterscheidet man zum einen die mit oder ohne Steueranlage, sowie Flachwasser bzw. Lagunenboote, außerdem die für die offene See. Dazu gibt es 1er und 2er, wo man im Boot, oder die, wo man draufsitzt, auch Sit on Top’s genannt.

Die modernen Outrigger werden heutzutage kaum noch aus dem Holz des Koa-Baumes gezimmert, es haben sich jetzt Verbundkunstoffe, wie GFK oder Kevlar-Carbon durchgesetzt.

Die 1er sind etwa zwischen 6m und 7m, die 2er zwischen 7m und 8m, die 4er ca. 10m und die 6er etwa 14m lang.

OC-Einer kosten zwischen 1500 und 1700 EUR. Zweier bekommt man ab etwa 2000 EUR. Die großen OC-Sechser (Va’a) kosten etwa 7000 EUR.