Erstmals Meisterschaft im Slalom Extrem
Saarlandmeisterin_Franziska_Granzow_K1
Nach den vielen Coronabedingten Absagen in Deutschland in diesem Jahr gab es am ersten Septemberwochenende endlich wieder Wettkampffeeling bei den Slalomkanuten. Während am Samstagmorgen bis in den frühen Nachmittag rund 60 Slalomspezialisten aus der Großregion und Hessen die offene Saarlandmeisterschaft im Kanu-Slalom am Saarwehr in Grosbliederstroff ausfuhren, stand am Abend ein echtes Highlight im Kanusport an: Kanu-Slalom Extrem, die neue olympische Disziplin 2024 in Paris. Am Sonntag folgte die französische Schülermeisterschaft für das Moseldepartement.

Im klassischen Slalom ließen die Favoritinnen nichts anbrennen. Im Canadier 1 der Damen Leistungsklasse verteidigte Sophie Staudt vom SKC Saarbrücker Kanu-Club ihren Saarlandmeistertitel vor Teamkollegin Franziska Granzow. Im Kajak 1 war es genau umgekehrt und Franziska Granzow sicherte sich erneut den Titel. Luisa Buerner vom KCM Merzig gewann den Titel bei Juniorinnen sowohl im Canadier 1 als auch im Kajak 1; Lucie Berkova aus Merzig wurde zweite. Vereinskollegin Pauline Primm setzte sich bei der weiblichen Jugend im Canadier 1 durch, im Kajak 1 belegte sie den zweiten Platz. Noah Spratte aus Merzig gewann bei den Schülern A im Canadier 1. Im Canadier 2 der Damen hatte das Team Staudt/ Granzow die Nase vorn. Nils Jakobs vom KC Merzig war im Kajak 1 der männlichen Jugend bester Saarländer.

Novum im Kanusport an der Saar
Beim Kanu-Slalom Extrem gingen auch die frisch gebackenen Saarlandmeisterinnen Granzow, Staudt und Buerner an den Start, allesamt auch startberechtigt bei den Deutschen Meisterschaften. Sie kamen allesamt ins A-Finale, in dem Luisa Buerner letztendlich die erstmals offene Saarlandmeisterschaft für sich entschied. Bei den Herren schaffte Nils Jakobs den Einzug ins A-Finale und wurde als bester Saarländer Dritter.
Während beim „klassischen“ Kanu-Slalom in zwei Läufen 18 Tore möglichst ohne Stangenberührung schnellstmöglich durchfahren werden müssen, sind die Regeln beim Slalom Extrem andere. Von einer Rampe – in Grosbliederstroff war sie zwei Meter hoch – starten vier Kanuten gleichzeitig, von denen sich immer die beiden ersten für die nächste Runde qualifizieren. Die vorgegebene Strecke in Grosbliederstroff war mit sieben großen Barken abgesteckt, eine Eskimorolle gehört zum Pflichtprogramm, schieben Boot an Boot ist erlaubt, um sich eine bessere Ausgangsposition zu ergattern. In der Qualifikation wird die Zeit genommen. Das erst sechs Jahre junge Kanu-Slalom Extrem sei eine ganz im Trend liegende Disziplin im Kanusport, spreche vor allem junge Menschen an und kombiniere Technik, Disziplin und Spaß. Durch das direkte Weiterkommen zweier von vier Kanuten sei Kanu-Slalom Extrem für die Zuschauer sehr interessant, so Trainer Jörg Blees.
Veranstalter der Offenen Saarlandmeisterschaften ist der Saarländische Kanu-Bund e. V.; organisiert werden alle Wettbewerbe vom SKC Saarbrücker Kanu-Club e. V. und dem französischen Partnerverein Val de Sarre aus Grosbliederstroff. Beide Vereine kooperieren bereits seit vielen Jahren und organisieren Veranstaltungen und Meisterschaften gemeinsam. So sind beispielsweise die Kanuten der Leistungsklasse in beiden Vereinen und damit in Frankreich und Deutschland startberechtigt. Die diesjährigen Wettbewerbe wurden u. a. vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds unterstützt.
   

Link zum Bericht in der ARD Mediatek